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Wahrnehmung scheint als etwas „Ganzes“ zu beginnen. Doch so, wie wir uns als Erwachsene Wahrnehmung vorstellen, nämlich als eine Art voreingestellte Basisausstattung, existiert sie nicht. Wahrnehmung muss erworben und erlernt werden.


Mutter Naur hat sich ordentlich ins Zeug legen müssen, damit wir gute Wahrnehmungsverarbeitung erlernen können. Besonders wichtig ist hier das erste Lebensjahr. Leider durchkreuzen wir mit unserem modernen Lebensstil oftmals den vorgesehenen Entwicklungsprozess. Und selbst wenn wir uns offensichtlich so entwickelt haben, wie es auch hätte sein sollen, passieren uns im ersten Lebensjahr komische Dinge. Wir bekommen Zähne, die erste Erkältung oder entwickeln uns einfach ein bisschen zu hastig. Und dann kann es passieren, dass Entwicklungsphasen nicht abgeschlossen oder gleich ganze Entwicklungsschritte übersprungen werden. Es kommt also zu Lücken im „Bauplan“. In meiner Praxis erkläre ich das gerne mit einem Bausteinturm: Wenn einige wenige Steine fehlen wird der Turm deshalb nicht gleich einstürzen. Er ist eben einfach ein bisschen wackeliger und dadurch nicht so belastbar. Mit uns Menschen verhält sich das ganz ähnlich: Wenn die natürlichen Phasen der Wahrnehmungsentwicklung nicht oder nicht ausreichend durchlaufen oder beispielsweise durch Krankheiten beeinträchtigt wurden, kann es zu Schwierigkeiten in alltäglichen Situationen kommen. Dies äußert sich dann beispielsweise so:


Verhalten

Ängstlichkeit / Unsicherheit

Klammern an der Bezugsperson

Wutausbrüche

Vermeidungsverhalten / Verweigerung

Schlechte oder keine Bindung an Bezugspersonen

Ungeduld

Überempfindlichkeit (z.B. Haare kämmen oder frisch gewaschene Kleidung werden als schmerzhaft empfunden)

Unterempfindlichkeit (braucht extreme Reize)

Kein Empfinden für den richtigen Abstand zu anderen

Wasserratten, die nicht duschen mögen


Körperliche Symptome

Stark schwankender Zuckerspiegel mit Heißhungerattacken

Reizdarmsyndrom

Unerklärliche Bauchschmerzen

Schlafprobleme

Kopfschmerzen, oftmals über den Tag zunehmend

Allergische Hautreaktionen


Potentialentfaltung

Starke Konzentrationsschwankungen

Rasche Ermüdung

Über- und Unterforderung

Geringes Selbstbewusstsein

Rechts und Links werden verwechselt

Grob- und/oder feinmotorische Auffälligkeiten

Je länger gearbeitet wird, desto mehr Fehler treten auf

Prüfungsangst

Den Anforderungen in Familie, Schule, Studium, Beruf kann nicht standgehalten werden


Sehverarbeitung

Unregelmäßiges Schriftbild

Buchstabendreher (b-d | p-q)

Zahlendreher (12-21)

Kein Spaß am Lesen

Überlesen von Buchstaben oder Wörtern

Zeichnen symmetrischer Figuren erschwert


Hörverarbeitung

Sprachentwicklungsverzögerungen

Verwaschene Sprache

Kein Spaß an Singspielen

Schwierigkeiten beim Differenzieren langer und kurzer bzw. ähnlich klingender Laute (z.B. Hase - hasse oder Wahl - Wall)


Die gute Nachricht ist, all diese Entwicklungsschritte lassen sich nachentwickeln und das in jedem Alter. Bevor wir uns jedoch anschauen, wie den Betroffenen geholfen werden kann, verrate ich Ihnen erst einmal was überhaupt passiert. Einer der wichtigsten Aspekte ist die saubere Integration der frühkindlichen Reflexe. Werden sie nicht ordentlich integriert spricht man von offenen Reflexen. Und die sorgen dann beispielsweise für eine rasche Ermüdung, Konzentrationsschwankungen oder Wutausbrüche - wie in der Liste oben erwähnt. Bleibt natürlich die Frage, weshalb ich diese komischen Reflexe überhaupt habe, wenn sie doch so viel Ärger machen können? Sie vermuten ganz richtig: Ich brauche sie! Nämlich für die Entwicklung einer guten Grobmotorik, einer schönen Feinmotorik, für das Erlernen des Hörens und des Sehens, für die Reizverarbeitung über die Haut und das Riechen und Schmecken. Also für alles, was mir den Alltag so ermöglicht.


In meiner Praxis interessieren mich drei der frühkindlichen Reflexe besonders. Der Moro (Schreckreflex), der ATNR (asymmetrischer tonischer Nackenreflex) und der STNR (symmetrischer tonischer Nackenreflex). Schauen wir sie uns der Reihe nach an.









Wahrnehmung

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Moro (Schreckreflex) _______________________________________________________________________________________________________________________

Der Schreckreflex entsteht im ersten Schwangerschaftsdrittel und ist normalerweise etwa bis zum vierten Lebensmonat aktiv. Er ermöglicht mit dem ersten Schrei den ersten  Atemzug. Also das Befüllen der Luftwege und Lungen. Wird der Moro beim Säugling ausgelöst zeigt er sich durch eine Öffnung von Armen und Beinen bei gleichzeitiger Einatmung. Unmittelbar darauf folgt lautes Geschrei und Arme und Beine schließen sich zu einer Art Umarmung. Unbewusst sagt der Säugling seiner Bezugsperson damit: „Ich will auf den Arm! JETZT!“

Wenn der Moro nach dem vierten Lebensmonat noch offen ist, also nicht sauber integriert wurde, kann er durch unerwartete Reize jeglicher Art ausgelöst werden. Beispielsweise durch Geräusche, veränderte Lichtverhältnisse, einen anderen Geruch oder Geschmack als erwartet, Hautreizungen, neue Situationen, veränderte Gewohnheiten, plötzliche Bewegungen oder was auch immer. Suchen Sie sich etwas aus.


Wurde der Moro ausgelöst, wird die Situation als Bedrohung wahrgenommen. Ich erkenne dann zwar, dass ich anders reagiere als mein Umfeld, habe aber dummer weise kaum noch Handlungsalternativen. Mir bleiben nur noch drei Reaktionsmuster zur Verfügung: Ich kämpfe und werde aggressiv, ich fliehe und fange an zu weinen oder ich stelle mich tot und reagiere nicht mehr. Und damit nicht genug. Ich kann auch nicht mehr richtig gucken, da der Moro auch die Augenmuskulatur beeinflusst und versucht, die Augen parallel zu stellen. Parallel stehen unsere Augen aber nur beim Blick in den Horizont. Je näher ich etwas vor der Nase habe, desto mehr müssen meine Augen in eine Schielbewegung kommen. Sie fragen sich, weshalb der Moro den Horizont so mag? Weil es in der Evolution nun mal völlig irrelevant war, ob ich beim Angriff eines Säbelzahntigers vor meiner Nase erkennen konnte, ob er frisch geputzte Zähne hat oder nicht. Meist war es dann ja eh schon zu spät. Wichtig war hingegen, dass ich in der Weite der Steppe erkannt habe, wieviele Säbelzahntiger da auf mich zukommen. Lohnt es sich noch die Jagdgefährten zur Hilfe zu rufen oder muss ich schnell zum Speer greifen?

Menschen mit offenem Moro lassen sich in zwei Gruppen aufteilen. Der eine, der klassische Typ, erlebt seine Angst und zeigt diese auch. Schauen Sie einmal morgens bei der Kita in Ihrer Nähe vorbei. Sie werden sicherlich miterleben können, wie das ein oder andere Elternteil versucht, sich aus der Umklammerung seines Kindes zu lösen. Der andere, der „Schildkröten-Typ“, hingegen versteckt sich vor seiner Angst in einem Schutzpanzer. Hier ist das männliche Geschlecht tendenziell häufiger vertreten. Typen, die total cool sind, anscheinend alles souverän im Griff haben und dann bei einem falschen Wort tief verletzt sind. Harte Schale, weicher Kern eben.


Ein offener Moro kann auch noch ganz anderen Ärger machen. Bedingt durch die ständige Alarmbereitschaft kommt es zu erhöhtem Zuckerbedarf. Dieser wird meist mit hohem Süßigkeitenkonsum gedeckt. Ein Teufelskreis aus abwechselnder Über- und Unterzuckerung kommt in Gang. Außerdem ist bei Alarmbereitschaft alles was mit Verdauung zu tun hat recht unwichtig. Wenn ich vor dem Säbelzahntiger weglaufen muss, braucht die Muskulatur Energie. Verdauen kann ich später noch. So ist es kaum verwunderlich, dass es häufig zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung kommt. Da ich ständig unter Strom stehe, habe ich eine erhöhte Herzfrequenz, schwitze schneller und schlafe dafür schlechter. Außerdem leide ich an Lichtempfindlichkeit, denn die Pupillen werden erweitert. Die erhöhte innere Anspannung beschert mir eine ordentlich verspannte Schulter- und Nackenmuskulatur, die nicht selten für Spannungskopfschmerzen sorgt. Konzentrieren kann ich mich auch nur unter großer Anstrengung und danach bin ich todmüde. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich anders reagiere als es von mir erwartet wird. Das ständige Gefühl, Erwartungen zu enttäuschen, ist mein treuer Begleiter. Was das mit meinem Selbstbewusstsein macht? Fragen Sie lieber nicht.


Das Verhalten mit ausgeprägtem offenen Moro ähnelt verschiedenen Krankheitsbildern wie beispielsweise ADS, ADHS, Autismus, Mutismus oder Depression.

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ATNR (asymmetrischer tonischer Nackenreflex)

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Der asymmetrische tonisch Nackenreflex entsteht ebenfalls im ersten Schwangerschaftsdrittel und ist normalerweise bis zum neunten

Lebensmonat aktiv. Er  ermöglicht die Augen-Kopf-Koordination. Diese wiederum ist Voraussetzung für feinmotorische Tätigkeiten wie beispielsweise das Schreiben.  Wird der ATNR beim Säugling ausgelöst, kommt es zu einer Streckung von Arm und Bein, wenn der Kopf sich ihnen zuwendet. Gleichzeitig wird das gegenüberliegende, dem Hinterkopf zugewandte Arm-Bein-Paar gebeugt.  Diese Körperhaltung wird „Fechterstellung“ genannt. Der ATNR ermöglicht dem Säugling darüber hinaus die Rollbewegung von Rücken- in Bauchlage und umgekehrt. Er ist zuständig für die Körpermittelsenkrechte. Salopp formuliert „trennt“ er die rechte und linke Körperhälfte.


Ab etwa dem fünften Lebensjahr sollte der ATNR soweit integriert sein, dass Blickbewegungen durch die Augen eingeleitet werden, nicht durch die Kopfbewegung. Ist dies nicht der Fall, ist beispielsweise beim Radfahren ein Schulterblick ohne Fahrtrichtungsänderung unmöglich. Auch das Überkreuzen der eigenen Mittelsenkrechte, wie ich es brauche, wenn ich zum Beispiel eine ganze Zeile handschriftlich ausfüllen möchte, während das Blatt gerade vor mir liegt, gelingt nicht. Erst wenn ich mir das Blatt zur Seite meiner Schreibhand verdrehe oder mich durch Sitzen auf einem Bein aus der eigenen Mitte bringe, ist es machbar. Und das ist längst noch nicht alles. Ein offener ATNR macht es mir schwer, meine Seitigkeit und Händigkeit festzulegen, ich verwechsele links und rechts. Außerdem habe ein unregelmäßiges Schriftbild mit Zeilen, die wahlweise nach oben oder unten wegkippen. Buchstaben und Zahlen verdrehe ich schon mal ganz gerne, überlese einzelne Buchstaben oder ganze Wörter. Lesen und Schreiben laufen langsam ab, strengen mich furchtbar an und machen mich binnen kurzer Zeit hundemüde. Beim schriftlichen Addieren oder Subtrahieren komme ich auf falsche Ergebnisse, weil es mir nicht gelingt, die Zahlen richtig untereinander zu schreiben. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, handle ich mir mit meiner Fehlhaltung beim Sitzen nicht selten Rückenschmerzen ein. Na danke.




STNR (symmetrischer tonischer Nackenreflex)

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Der symmetrische tonische Nackenreflex entsteht im sechsten bis neunten Monat nach der Geburt und wird etwa drei Monate später integriert. Er ermöglicht die Überwindung der  Schwerkraft und sorgt dafür, dass ich meinen Kopf aufrecht halten und mich dabei vorwärts bewegen kann. Er veranlasst die obere Körperhälfte eine Gegenbewegung zur unteren auszuführen: Werden Kopf und Arme gebeugt, strecken sich die Beine und umgekehrt


Wenn man sich das so bildlich vorstellt, ist es ganz logisch, dass ich mit einem offnen STNR wohl zuerst im Sportunterricht auffalle. Ich

kann damit nämlich keinen Purzelbaum. Weder vorwärts noch rückwärts. Ich kann Entfernungen und Geschwindigkeiten schlecht abschätzen, keinen Ball mit der richtigen Kraftdosierung werfen und beim Fangen greife ich immer ein bisschen zu spät oder zu früh zu oder fange den Ball gleich mit dem ganzen Körper. Das liegt an meiner schlechten Auge-Hand-Koordination. Wegen genau dieser bin ich leider auch ziemlich ungeschickt und schütte beim Einschenken schon mal daneben. Im Umgang mit Anderen über- oder unterschätze ich den Abstand. Deshalb drängle ich dann oder traue mich erst gar nicht heran. Zu allem Überfluss bin ich auch noch schrecklich ungeduldig. Ich kann nicht warten. Nie! Das ist nicht nur für mich selbst anstrengend, sondern auch für mein Umfeld. Letzteres darf dann auch schon mal gerne erleben, wie kurz meine Zündschnur ist. Konzentriertes Arbeiten über einen längeren Zeitraum? Fehlanzeige! Je länger gearbeitet wird, desto fahriger wird meine Schrift. Die Buchstaben sind zu groß oder zu klein, ich drücke viel zu fest auf und mit zunehmender Textlänge häufen sich dann wenigstens auch die Fehler.


In meiner Praxis teste ich selbstverständlich weitere Reflexe. Diese hier alle aufzuführen, würde eindeutig den Rahmen sprengen. Deshalb habe ich Ihnen die drei, für mich interessantesten, kurz vorgestellt.


Wozu ich Ihnen allerdings sehr wohl noch ein paar Informationen zukommen lassen möchte sind die Haut, das Gehör und die Augen.




Haut

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Beim Embryo entwickelt sich die Haut, zusammen mit dem Gleichgewichtssinn als eines der ersten Sinnesorgane. Sie ist die Schnittstelle zur Außenwelt und unterscheidet Wärme,  Kälte, Druck, Zug, Vibration, leichte Berührungen und Schmerz sowie die Lage und Bewegung des

Körpers. Von großer Bedeutung ist sie darüber hinaus für die Psyche, das Bild, das ich von mir selbst habe und somit für meinen Umgang mit meinen Mitmenschen.


Die Bedeutung der Haut spiegelt sich auch in zahlreichen Redewendungen wieder. „Das juckt mich nicht.“ „Davon bekomme ich Gänsehaut.“ „Es ist zum aus der Haut fahren!“ Ihnen fällt bestimmt noch mehr ein, habe ich recht?


Wird meine Haut im natürlichen Geburtsprozess oder durch Berührungen meiner Bezugsperson nicht ausreichend stimuliert kann das zu Auffälligkeiten führen. Vielleicht bin ich dann überempfindlich und nehme das Haare kämmen als schmerzhaft wahr. Oder vielleicht ertrage ich das Gefühl von frisch gewaschener Kleidung nicht. Wenn ich sonst auch eine echte Wasserratte bin, kann es gut sein, dass ich nicht duschen mag. Mir tun dann die herabfallenden Tropfen einfach weh. Es kann aber auch passieren, dass ich unterempfindlich bin, mich selbst nicht spüre und deshalb extreme Reize brauche und dadurch anderen ungewollt weh tue. Den richtigen Abstand zu anderen kann ich ohnehin nicht einschätzen. Ich esse sehr wählerisch, weil ich bei manchen Lebensmitteln das Gefühl im Mund nicht ertrage. Sport

mache ich lieber keinen, denn dabei könnte ich ins Schwitzen kommen und auch das kann ich nicht leiden. Zu allem Überfluss neige ich zu allergischen Hautreaktionen, fühle mich in meiner Haut deshalb nicht wohl und werde dafür auch noch von anderen komisch angeschaut. Na ganz klasse!




Ohren

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Bereits im dritten Monat der Schwangerschaft nimmt der Fötus Töne im niederfrequenten Bereich wahr. Im vierten Schwangerschaftsmonat sind dann die höheren Hörzentren im  Hirnstamm vorhanden und der Fötus beginnt auf Geräusche von außen zu reagieren. Im letzten

Schwangerschaftsdrittel nimmt die Differenzierungsfähigkeit von verschiedenen Geräuschen stark zu. Das Heraushören einzelner Laute ist ab dem fünften Lebensjahr möglich.


Häufige Mittelohrentzündungen gehen mit einer Reizverarmung im Gehirn einher und können die Entwicklung der Hörwahrnehmung beein-trächtigen. Oftmals führt das dann dazu, dass meine Sprachentwicklung hinterher hinkt oder ich manche Laute nicht richtig bilden kann. Reime und Sprechspiele finde ich eher doof. Ich kann kurze und lange Laute nicht unterscheiden, wie beispielsweise bei „Wall“ und „Wahl“. Und auch die Differenzierung ähnlich klingender Worte, wie beispielsweise bei „einem“ und „einen“ fällt mir schwer. Also mache ich im Diktat Fehler. Bei mündlichen Aufgaben kann ich mir Zahlen und Rechenoperationen schwer merken und muss mir heimlich Notizen machen. Wie anstrengend!




Augen

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Beim Säugling sind bereits alle Verbindungen für die Sehverarbeitung und die Sehschärfe angelegt. Allerdings sind sie noch nicht gut vernetzt. Diese werden beispielsweise durch  Stillen, wechseln von Bauch- in Rückenlage und umgekehrt, kriechen und krabbeln weiter ausgebaut.

 

Wenn ich in meiner Praxis von guter Sehverarbeitung spreche, räume ich nicht selten einen weit verbreiteten Irrtum aus. Sehschärfe, also die Fähigkeit, ein Objekt auf eine bestimmte Entfernung scharf sehen zu können, ist lediglich ein Teil der Sehverarbeitung. Zu einer guten Sehverarbeitung braucht es allerdings möglichst harmonisches Zusammenarbeiten aller Funktionen. Fließende, zielsichere Augenbewegungen verbrauchen nun mal weniger Kraft und Zeit als ruckartige, stockende oder überschießende. Liegen die einzelnen Funktionen von Augenlinse und Augenmuskulatur erst einmal im Klinsch entstehen unsaubere Seheindrücke. Dann kann es gut sein, dass ich beim Lesen den Eindruck habe, durch den Autofokus einer Kamera zu schauen oder die Buchstaben sind verdreht und die Worte nicht richtig unterteilt. Vielleicht wabern die Buchstaben auch oder verschwimmen ineinander. Lesen macht so jedenfalls keinen Spaß!




Training

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Ich hatte es eingangs erwähnt. Die gute Nachricht ist, dass den Betroffenen geholfen werde kann. Und das in jedem Alter. Wer mit entsprechenden Themen zu mir in die Praxis  kommt, durchläuft eine rund eineinhalbstündige Grund-untersuchung. Im Anschluss daran werden die Ergebnisse direkt besprochen. Das darauf folgende Training beinhaltet Übungen zum frühkindlichen Entwicklungstraining, Training der Hörverarbeitung und Sehfunktionen ebenso wie Reflextraining und Vernetzung der Gehirnhälften. Trainiert wird nach einem spezifischen, auf den jeweiligen Patienten maßgeschneiderten, Trainingsplan. Die Trainings werden ausführlich angeleitet und zu Hause in Eigenregie durch-geführt. Der tägliche Zeitbedarf hierfür liegt zwischen zehn und fünfzehn Minuten, je nach Trainingseinheit. Ein Tag in der Woche ist immer trainingsfrei. Neue Trainingseinheiten gibt es im vierwöchigen Rhythmus bei den Terminen in meiner Praxis. Selbstverständlich schaue ich mir dabei auch jedesmal den Trainingsverlauf an.


Ziel des Trainings ist es, mehr und mehr Energie für die Potentialentfaltung zur Verfügung zu haben und weniger Energie für Kompensation zu verpulvern. Was nützt mir der Ferrari vor der Haustür, wenn ich nicht Autofahren kann? Ich muss einfach gelernt haben, wie es geht.

Den passenden Vortrag "Wie Phönix aus der Asche" finden Sie hier.


Yvonne Tiede | Heilpraktikerin | Müller-Thurgau-Weg 12 | 73773 Aichwald | Tel. 0711/ 300 508 93 | service(at)praxis-tiede.de |  Termine nach Vereinbarung