Der Einfluss der Haut auf die Konzentration

Der Einfluss der Haut auf die Konzentration

Die Haut ist unser größtes Organ. Sie ist unser Schutzmantel und unsere Schnittstelle zur Außenwelt. Welch große Bedeutung sie für unser Psyche hat, wird bei einem Blick auf verschiedenen Redewendungen klar: „es ist zum aus der Haut fahren“, „sich in seiner Haut wohl fühlen“, „davon bekomme ich Gänsehaut“ oder „in dessen Haut möchte ich nicht stecken“, um nur einige zu nennen. So weit, so bekannt. Weitaus unbekannter ist der Einfluss der Haut auf die Konzentration.

Embryonale Entwicklung

Die Haut unterscheidet Wärme, Kälte, Zug, Druck, Vibration, leichte Berührung und Schmerz. Sie entwickelt sich als eines der ersten Organe des Embryos und zwar gemeinsam mit dem Gleichgewichtssinn. Die Haut liefert wichtige Informationen über Lage und Bewegung des Körpers und dient dem Gleichgewichtssinn somit als Informationsquelle.

Neuronale Verbindungen

Im natürlichen Geburtsprozess kommt es zu einer extremen Reizung der Haut. Während der Passage durch den Geburtskanal kommt es zu Zug, Dehnung und großem Druck auf die Haut. Diese Reizung ist wichtig für die neuronalen Verbindungen, die dabei trainiert werden. Ist dieses Training aus irgend einem Grund nicht ausreichen, kann es im späteren Leben zu taktilen Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen kommen (TVWS). Hautreizungen werden nicht regelhaft weitergeleitet und verarbeitet, folglich kann auf sie auch nicht adäquat reagiert werden.

Gleichgewicht und Konzentration

Da der Gleichgewichtssinn eben auch die Informationen der Haut verarbeitet, kann er bei unzureichenden, zu vielen oder falschen Informationen irritiert werden. Dies kann eine Vielzahl von Problemen nach sich ziehen. Im Hinblick auf die Konzentration ist es einfach so, dass nun mehr Aufmerksamkeit für die Körperhaltung benötigt wird. Salopp formuliert braucht das Kind nun zusätzliche Konzentration, um im Unterricht nicht vom Stuhl zu fallen. Das kostet allerdings zusätzlich Kraft und Ausdauer und bindet darüber hinaus wertvolle Kapazitäten, die eigentlich für das schulische Arbeiten zur Verfügung stehen sollten.

Auffälligkeiten

Betroffene Kinder zeigen im Alltag typischerweise offensichtlicher Auffälligkeiten. Die häufigsten in meiner Praxis sind:

  • frisch gewaschene Wäsche wird als hart und schmerzhaft empfunden
  • Waschzettel und Etiketten müssen aus der Kleidung entfernt werden, da diese kratzen
  • selektives Essen, meiden bestimmter Lebensmittel
  • Abneigung gegen Sonnencreme, Sand, hohes Gras
  • schlechte oder keine Bindung
  • kein Empfinden für den richtigen Abstand zu Anderen

Sie sind nicht schuld!

Haben Sie Ihr Kind in diesem Text erkannt und fragen sich gerade, was Sie hätten besser machen können? Nichts! Die neurophysiologische Entwicklung ist Komplex und fragil. Aus meiner Erfahrung in der Praxis kann ich nicht die eine Ursache festmachen. Im Gegenteil. Ob ein Kind den natürlichen Geburtsprozess passiert hat oder nicht sagt typischerweise noch nichts über die Qualität der Verarbeitung der Hautreizungen aus.

Hilfestellung

Meiner Erfahrung nach lassen sich auch die Verbindungen für eine gute Reizverarbeitung über die Haut nachreifen. Das liegt daran, dass das Gehirn in der Lage ist, sich ständig zu verändern. In meiner Praxis erlebe ich, dass gezielte neurophysiologische Übungen helfen können.

Ihr Weg zu mir

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