Ja, der Titel diese Beitrags ist provokant. Ist das Absicht? Natürlich! Seit einiger Zeit häufen sich meiner Praxis nämlich zunehmend Erstgespräche, die damit anfangen, dass das Kind bereits eine ADHS-Diagnose hat. Wenn ich dann nachfrage, wie es dazu kam, erfahre ich meistens, dass die Schule einen Test gemacht hat, der Kinderarzt den Verdacht geäußert und weitere Diagnostik empfohlen hat (die aber natürlich nicht gemacht wurde) oder – und das ist mein Highlight – die KI zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen ist. Wunderbar! Dann ist doch alles klar, oder? Nein ist es natürlich nicht. Die Symptomatik, die sich bei ADHS zeigt, passt nunmal zu sehr unterschiedlichen Ursachen. Auch wenn sich die Auswirkungen unglaublich ähneln und wirklich schwer zu unterscheiden sind, gilt es herauszufinden, was dahinter steckt. Welche Ursachen meiner Erfahrung nach außer einer echten ADHS verantwortlich sein können, verrate ich Ihnen gerne.
Tiktok & Co.
Ich weiß, auch das will keiner hören, aber man kann ADHS erlernen. Beispielsweise durch das ständige Weiterwischen irgendwelcher Filmchen in den sozialen Medien. Dafür sind Kinder leider besonders anfällig. Der Reiz des ständig Neuen hat bei ihnen einen gewissen Suchteffekt. Noch bevor ein Video vorbei ist, wird zum nächsten weitergewischt, um sich mit dem nächsten neuen Reiz zu versorgen. Diese Verhalten zerstört allerdings die Aufmerksamkeitsspanne. Fokus und Konzentration? An etwas dran bleiben? Fehlanzeige. Das Gehirn wartet auf neue Impulse und will sich nicht mit langweiligen Matheaufgaben beschäftigen. Und schwups, ADHS gelernt.
Hochbegabung
Zirka 2% der Bevölkerung sind hochbegabt. Das bedeutet, an einer Schule mit, sagen wir mal 600 Kindern werden, rein rechnerisch, 12 hochbegabte Kinder unterrichtet. Meiner Erfahrung nach sind diese jedoch unentdeckt. Für diese 12 Kinder, um in unserem Beispiel zu bleiben, ist der Schulalltag alles andere als spannend. Sie langweilen sich und werden kreativ. Manche malen, andere denken sich Geschichten aus und wieder andere mischen die Klasse auf und sind der Klassenclown. Übrigens bedeutet die Tatsache, dass sie sich im Unterricht langweilen, noch längst nicht, dass sie auch gute Noten schreiben. Im Gegenteil, oftmals bleiben sie weit hinter ihrem Potential zurück. Getreu dem Motto, wenn mich alle für dumm halten, beweise ich ihnen eben, dass ich dumm bin. Auch deshalb bleiben sie häufig unentdeckt.
Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen
Ich beobachte in meiner Praxis, dass Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen die häufigste Ursache für eine ADHS-Symptomatik sind. Meiner Erfahrung nach entstehen diese aufgrund nicht regelhaft durchlaufener Entwicklungsschritte. In der Folge kann es unter anderem zum Fortbestehen frühkindlicher Reflexe kommen. Diese können den Zugang zu den höheren Hirnregionen, die beispielsweise für akademisches Lernen und Konzentration gebraucht werden, blockieren. Außerdem können sie für eine ständige Alarmbereitschaft sorgen, die ebenfalls die Konzentration erschwert. Zu allem Überfluss sind typischerweise auch die einzelnen Funktionen der Augen mit betroffen, weshalb viel Kraft, Ausdauer und Konzentration zur Kompensation verpulvert wird. Auch das erschwert natürlich die Konzentration.
Individueller Lösungsansatz
Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisierten Therapiekonzepten nachreifen lassen. Eltern berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Therapieeinheiten. Wenn Sie wissen wollen, ob damit auch Ihrem Kind geholfen werden kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
Kennen Sie meinen Newsletter? Tragen Sie sich gerne ein. Die Anmeldung finden Sie ebenfalls direkt unter diesem Beitrag. Viel Spaß beim Lesen!