Unser moderner Lebenswandel mit ständiger Erreichbarkeit und unzähligen Informationskanälen macht es für jeden von uns schwierig, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Wer noch dazu unter ADHS leidet, hat es gleich doppelt schwer. Einerseits ist die hohe Ablenkungsrate genau das, worauf das ADHS-Gehirn anspringt, andererseits muss der Alltag irgendwie gelingen und die beruflichen Anforderungen erfüllt werden. Keine leichte Aufgabe. In meiner Praxis bespreche ich mit Betroffenen unterschiedliche Strategien, wie Struktur doch gelingen kann. Dabei beachte ich nicht nur die individuelle Situation sondern gebe auch immer mehrere Optionen zum ausprobieren an die Hand. Jeder Mensch ist nun einmal anders und was A glücklich macht kann B richtig stressen. Die drei in meiner Praxis bewährtesten Strategien stelle ich Ihnen im Folgenden gerne vor.
Stundenpläne
Stundenpläne geben nicht nur Lehrkräften und Schülern Struktur, sie können uns allen helfen, unsere Tage zu organisieren. Natürlich steht da dann nicht Deutsch, Mathe oder Englisch auf dem Plan und es müssen auch keine 45-Minuten-Einheiten sein. Viel mehr geht es darum, Routineaufgaben, wie beispielsweise das Lesen und Beantworten von E-Mails, ein definiertes Zeitfenster zuzuweisen. Wenn ich beispielsweise um acht Uhr anfange zu arbeiten, könnte in meinem Stundenplan von acht bis neun „E-Mails“ stehen. Und dann vielleicht noch einmal um die Mittagszeit und ein weiteres Mal vor Feierabend. In dieser geplanten Zeit werden dann alle E-Mails gelesen und beantwortet. Danach wird das E-Mail-Programm zugemacht, um Ablenkung zu reduzieren.
TODO-Listen
Thematisch gegliederte TODO-Listen bringen ebenfalls mehr Übersicht. Legen Sie sich pro Themen-Gebiet, Projekt, Kunde oder was auch immer, eine eigene TODO-Liste an. Damit Sie nachher nicht im Chaos der Zettelwirtschaft versinken, verwenden Sie am besten ein (Schul-)Heft oder eine Kladde. Selbstklebende Registerlaschen geben zusätzlich Orientierung. Der große Vorteil von TODO-Listen ist, dass Ihre Gedanken zu Papier gebracht werden und so nicht mehr in Ihrem Kopf Karussell fahren können. Damit Sie Ihre Listen auch irgendwann abarbeiten, kommt hier gleich der nächste Tipp:
Drei Kleinigkeiten pro Tag
Suchen Sie sich für jeden Tag drei kleine Dinge von einer Ihrer TODO-Listen aus, die Sie erledigen. Für das Gehirn sind drei Kleinigkeiten keine Bedrohung und die Versuchung der Prokrastination wird geringer. Größere Aufgaben können Sie ganz einfach in kleine Teilaufgaben unterteilen, damit sie ihren Schrecken verlieren. So können Sie Ihr Gehirn in den Erfolgsmodus führen. Es gewöhnt sich nämlich an das gute Gefühl, alles im Griff zu haben.
Ursachenforschung
Auch wenn diese drei Tipps vielen meiner Patienten als Sofortmaßnahme helfen, rate ich immer zur Ursachenforschung. ADHS hat oftmals einen Hintergrund und lässt sich meiner Erfahrung nach mit einem spezialisierten neuropysiologischen Trainingskonzept verbessern. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihnen helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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