Entwicklungsstörungen schulischer Fähigkeiten

Ob Stifthaltung, Konzentration, Lerntempo oder Sozialverhalten, die Auffälligkeiten bei nicht altersgerechter Entwicklung schulischer Fähigkeiten sind vielfältig und oft schwer zu fassen. Dass etwas nicht optimal verläuft ist nicht immer so offensichtlich wie bei einer Lese-Reschtschreib-Schwäche (LRS), Legasthenie oder Dyskalkulie. Betroffene Kinder haben oft große Schwierigkeiten, den Schulalltag zu meistern, obwohl sie über eine gute Intelligenz verfügen. Sie sind häufig frustriert, da sie erkennen, dass ihnen manche Dinge einfach nicht gelingen wollen, obwohl sie sich darum bemühen und sie doch mindestens ebenso klug sind wie ihre Klassenkameraden. Irgendetwas scheint sie zu blockieren. Je nach Ausprägung können sich unterschiedliche Auffälligkeiten beobachten lassen, wie zum Beispiel im Bereich

Schulalltag und Potentialentfaltung

  • unregelmäßiges Schriftbild
  • Buchstabendreher (b-d / p-q)
  • Zahlendreher (12-21)
  • kein Spaß am Lesen
  • überlesen von Buchstaben oder Wörtern
  • zeichnen symmetrischer Figuren erschwert
  • mündliche Aufgaben können nur schwer umgesetzt werden
  • starke Konzentrationsschwankungen
  • rasche Ermüdung
  • Über- und Unterforderung
  • geringes Selbstbewusstsein
  • rechts und links werden verwechselt
  • grob- und/oder feinmotorische Auffälligkeiten
  • je länger gearbeitet wird, desto mehr Fehler treten auf
  • Prüfungsangst

Koordination und Motorik

  • auffällige Stifthaltung (z.B. verkrampft, mit drei Fingern oder in der Faust)
  • Blatt/Heft beim Schreiben zur Seite gedreht
  • schlechte Hand-Auge-Koordination
  • auffällige Grobmotorik
  • nicht altersgereichte Feinmotorik
  • Fangen und Werfen von Bällen wirkt unbeholfen
  • unangepasste Kraftdosierung (zu viel oder zu wenig)
  • sitzt bevorzugt auf einem Bein
  • sitzt gerne auf beiden Beinen
  • schlechte Körperspannung
  • auffällige Körperhaltung (z.B. Hohlkreuz oder Buckel)
  • erschwerte räumliche Orientierung

Verhalten und Wohlbefinden

  • Ängstlichkeit / Unsicherheit
  • klammern an der Bezugsperson
  • schlechte oder keine Bindung an die Bezugspersonen
  • Wutausbrüche
  • Vermeidungsverhalten / Verweigerung
  • Ungeduld
  • kein Empfinden für den richtigen Abstand zu anderen
  • stark schwankender Zuckerspiegel mit Heißhungerattacken
  • Reizdarmsyndrom
  • unerklärliche Bauchschmerzen
  • Schlafprobleme
  • Kopfschmerzen, oftmals über den Tag zunehmend

Was dahinter stecken kann

Die frühkindliche Entwicklung ist von großer Bedeutung für die Potentialentfaltung. Werden die einzelnen Entwicklungsschritte nicht oder nicht ausreichend durchlaufen, kann dies später zu Problemen führen. Typischerweise ist die Integration der frühkindlichen Reflexe dann nicht regelhaft verlaufen. In der Folge können die sogenannten persistierenden Reflexe die höheren Hirnfunktionen, die unter anderem für schulische Anforderungen benötigt werden, blockieren. Außerdem können sie die Handlungsalternativen der betroffenen Kinder stark einschränken und zu unangemessenen Reaktionen führen. Die drei bekanntesten frühkindlichen Reflexe sind

  • Moro-Reflex, auch als Schreckreflex bekannt, der dem Baby unter anderem direkt nach der Geburt die Öffnung der Atemwege und damit den ersten Atemzug ermöglicht
  • asymmetrischer tonischer Nackenreflex (ATNR), auch als Fechterstellung bekannt, der dem Baby unter anderem die Drehung von der Bauch- in die Rückenlage und umgekehrt ermöglicht
  • symmetrischer tonischer Nackenreflex (STNR), der dem Baby unter anderem die Überwindung der Schwerkraft und damit später den aufrechten Gang ermöglicht

Eine nicht regelhaft verlaufene Reflexintegration kann zu den oben genannten Auffälligkeiten im schulischen und familiären Alltag führen.

Was Sie bei mir erwartet

In einer rund 90-minütigen Untersuchung schaue ich mir an, welche Bausteine der neurophysiologischen Entwicklung fehlen oder nicht sauber eingebaut sind. Im Anschluss an die Untersuchung besprechen wir die Ergebnisse direkt und ich zeige Ihnen individuelle Lösungsmöglichkeiten auf.

Wenn Sie sich entscheiden, den Weg mit mir zu gehen, kommen Sie im vierwöchigen Rhythmus zu einer ca. 45-minütigen Trainingseinheit in meine Praxis. In dieser überprüfe ich den Trainingserfolg und Sie bekommen neue, individuell angepasste, Übungen mit nach Hause. Selbstverständlich leite ich diese ausführlich an und wir machen sie in der Praxis einmal gemeinsam. Zu Hause wiederholen Sie diese Übungen dann in Eigenregie. Als Zeitbedarf hierfür sollten Sie täglich 10-15 Minuten einplanen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie nervenaufreibend Ihre Situation für Sie sein kann. Gerne unterstütze ich auch Sie als Eltern darin, endlich wieder entspannter zu werden und gelassener Reagieren zu können.

Ihr Weg zu mir

Mir ist klar, dass Sie jede Menge Fragen haben. Es ist mit wichtig, dass ich Zeit für Sie habe und Ihnen möglichst viel Klarheit verschaffe. Daher bitte ich Sie, sich ein 15-minütiges Erstgespräch zu buchen. Ich rufe Sie zum vereinbarten Termin an und beantworte gerne Ihre Fragen. Den Link zur Terminbuchung finden Sie direkt unter diesem Beitrag.

Was Sie beachten sollten

Für den Besuch in meiner Praxis entscheiden Sie sich am besten für bequeme Hosen, gerne auch Sporthosen. Bitte auch für das begleitende Elternteil, da Ihre Hilfe benötigt wird. Außerdem können Sie für sich und Ihr Kind gerne dicke Socken mitbringen. Alternativ stehen Ihnen im Eingangsbereich Hausschuhe zur Verfügung. Der Zutritt zu den Räumen mit Straßenschuhen ist leider nicht möglich, da wir oft auf dem Boden arbeiten.