Nr. 190

Hochbegabte können schneller denken – das ist nicht immer gut

Wenn ich hochbegabte Kinder in der Praxis habe, muss ich häufig erst einmal mit einigen Vorurteilen aufräumen. Zu allererst hat Hochbegabung typischerweise nichts mit schulischer Hochleistung zu tun. Leistungsbereitschaft haben Hochbegabte, meiner Erfahrung, nach nur in ihren Interessengebieten und dazu gehört die Schule normalerweise nicht. Deshalb sind hochbegabte Kinder auch in allen Schulformen zu finden. Im täglichen Unterricht kann ihnen ihr hohes kognitives Potential allerdings durchaus hinderlich sein.

Langeweile

Dadurch, dass Hochbegabte den Schulstoff sehr schnell verstehen, langweilen sie sich auch recht schnell. Dies kann einerseits dazu führen, dass sie sich mit anderen Dingen beschäftigen oder sich Unfug einfallen lassen, was wiederum zur Herausforderung für Lehrkräfte werden kann. Andererseits sind die Wiederholungen, die die anderen Schulkinder brauchen, hinderlich für Hochbegabte. Da sie Dinge wiederholen müssen, die sie bereits verstanden haben, können ihre Leistungen extrem abfallen. Ihre Logik ist, wenn ich immer noch üben muss, mache ich ja noch etwas falsch, sonst müsste ich das ja nicht mehr üben. Da sie tatsächlich ja nichts falsch machen, bekommen sie natürlich auch keine Korrektur. In der Folge suchen sie einen Lösungsansätze, die mit dem Schulstoff oftmals gar nichts mehr zu tun haben. Für Lehrkräfte sieht es aber nun so aus, als sei der Stoff nicht verstanden worden und sie lassen das Kind weiter üben. Ein Teufelskreis, an dessen Ende nicht selten schulische Scheitern stehen kann.

Schwer zu führen

Hochbegabte haben typischerweise einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sobald ein Kind der Klasse beispielsweise keinen Strich für seine fehlende Hausaufgabe bekommen hat, stellen sie diese Regel in Frage. Passieren solche Ungleichbehandlungen häufiger, stellen sich die Klassenregeln gänzlich in Frage. Denn wozu gibt es denn überhaupt Regeln, wenn sich eh niemand daran halten muss. Nun sind Hochbegabte nunmal auch recht kreativ, auch wenn es darum geht, eine Regelwerk zu umgehen. In Summe können sie daher für Lehrkräfte schwer zu führen sein. Eltern hochbegabter Kinder haben übrigens das gleiche Problem. Gelten Regeln nicht für alle Familienmitglieder, werden sie hinterfragt und umgangen.

Überforderung

Auf der anderen Seite können Hochbegabte durch die ganz normale Situation in einer Schulklasse überfordert sein. Ihr Gehirn kann nunmal mehr Informationen verarbeiten, oftmals auch solche, die anderen völlig verborgen bleiben. So können Hochbegabte beispielsweise die Gefühlslage ihrer Mitschüler wahrnehmen, ein wesentlich besseres Gehör mit einem größeren Frequenzbereich oder ein viel weiteres Gesichtsfeld haben. So oder so müssen sie viel mehr Informationen filtern und verarbeiten können. Ich erlebe in meiner Praxis durchaus, dass Hochbegabte darüber hinaus häufiger unter Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen leiden, da sie auch in der frühkindlichen Entwicklung schneller sein können und dadurch einzelne Entwicklungsschritte nicht ausreichend durchlaufen oder gar gleich ganz überspringen können.

Individueller Lösungsansatz

Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte auch bei Hochbegabten mit spezialisiertem Training erfolgreich nachreifen lassen können. Eltern berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Trainingseinheiten, sowohl zu Hause als auch in der Schule. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.

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