Natürlich ist mir bewusst, dass die verbindliche Grundschulempfehlung nicht bei allen Eltern auf Gegenliebe stößt. Ich beobachte nach wie vor, dass es einige Eltern gibt, für die das Gymnasium die einzig akzeptable Schulform für ihr Kind zu sein scheint. Dabei ist unsers Schulsystem sehr durchlässig und wenn das Gymnasium nicht gleich die erste weiterführende Schule ist, steht einem späteren Studium dennoch nichts im Weg. Ich finde das ganz wunderbar! Auch deshalb befürworte ich die verbindliche Grundschulempfehlung. Mehr als zehn Jahre war das nicht der Fall und ich habe in meiner Praxis beobachtet, wie die Kinder in den Klassen fünf, sechs und manchmal auch noch in der siebten Klasse, „nachsortiert“ wurden. In allen Schulformen, nicht nur auf den Gymnasien. Für die Kinder war das ein jahrelang andauerndes Auswahlverfahren, angefangen mit den Grundschulbeurteilungen bis hin in eine Klasse, in der sie, meist mit Beginn ihrer Pubertät, endlich ankommen konnten. Seit dem Schuljahr 2024/2025, mit der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung, ist dieses „Nachsortierten“ überflüssig geworden. Dafür stellen sich Eltern nun wieder andere Fragen: Ist mein Kind klug genug für das Gymnasium und lernt es auch genug?
Einzelfallentscheidungen
Ich verstehe es gut, wenn sich Eltern für ihr Kind eine gute Schulbildung wüschen. Dennoch ist das Gymansium nicht für jedes Kind die richtige Schulform. Der Einzelfall muss individuell abgewogen werden. Wenn ich in meiner Praxis dazu berate, wäge ich zunächst ab, ob das Kind kognitiv auf ein Gymnasium passt. Weitere Aspekte, die mir wichtig sind, betreffen beispielsweise das soziale Umfeld, den Freundeskreis, Hobbys oder aktive Sportarten. Auch die grundsätzliche Lernbereitschaft und ganz besonders der Wunsch des Kindes interessieren mich. Ich erlebe es gelegentlich, dass ein Kind zwar problemlos ein Gymnasium besuchen könnte, das aber partout nicht will, weil ihm seine Aktivitäten im Sportverein wichtiger sind. Nun könnte man argumentieren, dass das Kind die falschen Prioritäten setzt und noch nicht den Weitblick hat, die Tragweite seiner Entscheidung zu erfassen. Ja, vielleicht ist das so. Doch wie bereits erwähnt ist unser Schulsystem sehr durchlässig und es führen viele Wege zum Ziel.
Lernbereitschaft und Lernpensum
Ich erlebe manchmal Grundschüler, die von ihren Eltern dermaßen zum Lernen angetrieben werden, dass sie kaum Freizeit haben. Ganz ehrlich, meiner Meinung nach ist es an der Stelle völlig irrelevant, ob das Kind klug genug ist und nur einfach keine Lust hat oder tatsächlich lernen muss, um den Stoff ableisten zu können. Daher frage ich die Eltern, ob sie das wirklich so weiter machen wollen und wie sie sich das vorstellen, wenn das Kind einmal die höheren Klassen des Gymnasiums besucht und die Eltern vielleicht nicht mehr jede Frage aus dem Stegreif beantworten können. Und wie soll sich das zeitlich gestalten? Lernen die Eltern dann jeden Tag bis spät in die Nacht mit dem Kind? Mag sein, dass ich das ein bisschen überspitzt formuliere. Für mich ist Schule nun mal die Aufgabe des Kindes und die sollte es lösen können, ohne Zwang und Dauerstress.
Klug genug?
In meiner Praxis erlebe ich häufig kluge Kinder, die aufgrund unterschiedlicher Faktoren nicht in der Lage sind, ihr Potential zu entfalten. Dabei ist es keine Frage der Intelligenz, wenn der Schulstoff einfach nicht hängen bleiben will. Allerdings kann es passieren, dass beispielsweise aufgrund fehlender oder unzureichend durchlaufener Entwicklungsschritte, der Zugang zu den Hirnregionen, die für schulische Lernen benötigt werden, blockiert ist. In der Folge wird Kraft, Ausdauer und Konzentration für die Kompensation dieser Defizite benötigt und es kann der Anschein entstehen, das Kind sei kognitiv nicht in der Lage, den Schulstoff zu erfassen. Allerdings erlebe ich in meiner Praxis auch, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit einem spezialisiertem Training dauerhaft nachreifen lassen können.
Individueller Lösungsansatz
Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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