Um das Thema Hochbegabung ranken sich ebenso viele Vorurteile wie Unwissen. Einer der wohl häufigsten Irrtümer ist, dass Hochbegabte zwangsläufig auch extrem gute Schüler sein müssten. Dem ist bei weitem nicht so! Hochbegabte finden sich in allen Schulformen, oftmals unerkannt. Und ein hochbegabtes Kind, das Schule zum Hobby erkoren hat ist seltener als ein Sechser im Lotto.
Das Dilemma mit Schule und Noten
Hochbegabte fühlen sich im Schulunterricht schnell unterfordert. Sie langweilen sich und müssen zu allem Überfluss Dinge lernen, die sie gar nicht interessieren. Zugegeben, dieses Problem haben alle Schüler. Für Hochbegabte ist es deshalb blöder, weil sie keine echte kognitive Herausforderung im Unterricht haben. Die Resignation zeigt sich nicht selten in schlechten Noten. Diese Kinder könnten zwar problemlos Einser schreiben, haben aber einfach keine Lust dazu. Meiner Erfahrung nach lässt sich das Thema Schule nur in geordnete Bahnen lenken, wenn einerseits das Kind selbst die Verantwortung dafür trägt, versetzt zu werden und sich andererseits neben der Schule in seinem Herzensthema nach Lust und Laune austoben darf.
Schnellere Verarbeitung
Hochbegabte können Informationen schneller verarbeiten. Salopp formuliert haben sie einfach das leistungsfähigere Gehirn. Diese Leistungsfähigkeit bringt allerdings nicht nur Vorteile. Denn auch alle Sinnesreize werden schneller Verarbeitet und noch dazu meist intensiver wahrgenommen. Spätestens im Klassenzimmer mit seinem ständigen Geräuschpegel kann das problematisch werden. Das hochbegabte Kind soll sich nun auf Lehrstoff konzentrieren, der es langweilt und dabei auch noch die Geräuschkulisse der Klasse ausblenden. Das eine fasziniert nicht und das andere nervt noch dazu. Also beschäftigt sich das Kind mit etwas anderem und macht so einen abgelenkten, unkonzentrierten Eindruck.
Viel Kreativität
Da hochbegabte Kinder nun mal ausgesprochen kreativ sein können, können sie für Lehrkräfte zur Herausforderung werden Ich erlebe in meiner Praxis nicht selten, dass ein hochbegabtes Kind den Klassenclown gib und geregelten Unterricht unmöglich macht. Auch das ist eben einen Möglichkeit, mit Langeweile umzugehen. Für Lehrkräfte ist es unglaublich anstrengend, sich dagegen durchzusetzen. Diese Kinder haben feine Antennen und finden dien wunden Punkt mit traumwandlerischer Sicherheit. Außerdem sind sie zumeist eloquent und diskussionsfreudig, was es für Lehrkräfte nicht einfacher macht. Erschwerend hinzu kommt der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn hochbegabter Kinder. Wehe, bei den Klassenregel wird eine Ausnahme gemacht. Wenn beispielsweise ein anders Kind nicht die gleiche Sanktion für nicht gemachte Hausaufgaben bekommt wir das hochbegabte Kind die Hausaufgaben grundsätzlich in Frage stellen. Denn wozu gibt es denn Regeln, wenn sie nicht immer und nicht für alle gleichermaßen gelten?
Gibt es also gar kein ADHS?
Doch, natürlich! Da es aber nunmal keinen verlässlichen Laborparameter, also zum Beispiel einen Blutwert, für ADHS gibt und Hochbegabte häufig unentdeckt bleiben, kann es zu Verwechselungen kommen. Ich mache in meine Praxis häufig die Erfahrung, dass hochbegabte Kinder auch eine ADHS-Diagnose haben und diese dann erfolglos versucht wird, zu therapieren. Noch dazu beobachte ich, dass hochbegabte Kinder häufiger unter Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen leiden, die ihrerseits ebenfalls auf ADHS schließen lassen können. Auch wenn sich die Symptomatik völlig identisch zeigen kann ist die Ursache eben doch eine ganz andere.
Individueller Lösungsansatz
In meiner Praxis berate und begleite ich hochbegabte Kinder und ihre Familien. Dabei mache ich die Erfahrung, dass sich die besagten fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisiertem Training nachreifen lassen. Wenn Sie sich Unterstützung wünschen und wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, was ich für Sie und Ihr Kind tun kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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