Nr. 192

Leistungsdruck in der Schule – drei Gründe, drei Perspektivwechsel

Die Tage werden kürzer, die Abende kühler und morgens werde ich nicht mehr von der Sonne, sondern von meinem Wecker geweckt. Es ist nicht zu leugnen, der Sommer geht zu Ende. Ebenso wie die Sommerferien bei uns in Baden-Württemberg. Mit dem Unterricht kommt für viele Kinder leider auch der schulische Leistungsdruck wieder. Hach, wie schön waren doch die großen Ferien! Nun heißt es wieder büffeln und mit guten Noten glänzen. Schließlich ist Müßiggang aller Laster Anfang. Weshalb haben Schulkinder eigentlich so einen Leistungsdruck?

1. Der Wunsch der Eltern

Eltern wollen, dass es ihre Kinder einmal besser haben sollen als sie selbst. Sie sollen mehr erreichen können, sich selbst verwirklichen und finanziell abgesichert sein. Eines Tages, wenn die Schule schon fast in Vergessenheit geraten ist. Deshalb sind ihnen gute Noten und später ein guter Schulabschluss wichtig. Ich erlebe nicht selten, wie Eltern ihre Kinder in bester Absicht zu Höchstleistungen treiben. Da wird zu Hause gemeinsam gelernt, zur Nachhilfe gefahren und der Stoff regelmäßig abgefragt. Und, große Überraschung, darüber gibt es oft Streit.

Perspektivwechsel: Nicht jedes Kind wird ein 1,0 Abitur schreiben. Und das ist auch gar nicht nötig! Denn erstens brauchen wir nicht nur Akademiker, sondern auch gute Handwerker und zweitens ist unser Bildungssystem so durchlässig, dass sich Schulabschlüsse auf unterschiedlichen Wegen jeder Zeit nachholen lassen.

2. Konkurrenzkampf im Klassenzimmer

Kinder bringen die Erwartungen ihrer Eltern mit ins Klassenzimmern. Plötzlich geht es darum, besser zu sein. Besser als das Nachbarskind, besser als der Freundeskreis und sowieso besser als der Rest der Klasse. Immer, in jedem Fach und bei jeder Gelegenheit. Klingt stressig? Ist es auch! Der hohe Eigendruck macht den Kinder ordentlich zu schaffen.

Perspektivwechsel: Jeder hat seine ganz eigenen Vorlieben, Stärken und Schwächen. Statt ständig an den Schwächen zu arbeiten kann es viel Sinnvoller sein, an den Stärken zu Arbeiten. Dann kann das Kind vielleicht nicht alles gleich gut, mache Dinge dafür um so besser.

3. Gesellschaftlicher Druck

Je höher der Bildungsabschluss, desto höher die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Diese simpel scheinende Wahrheit wird seit Jahren durch alle Medien in die Gesellschaft getragen. Und natürlich bekommen das auch die Kinder mit. Ich bin manchmal fassungslos, wenn mir bereits Vorschüler erzählen, dass sie sich in der Schule anstrengen müssten, damit sie später Arbeit finden würden. Die machen sich wirklich Sorgen über ihren Schulabschluss, noch bevor sie überhaupt eingeschult sind!

Perspektivwechsel: Selbst ein akademischer Abschluss ist heutzutage keine Jobgarantie mehr. Im Handwerk hingegen fehlt es an Arbeitskräften und Azubis. Das macht sich in den Stundensätzen durchaus bemerkbar. Denken Sie nur einmal an die letzte Handwerkerrechnung, die Sie bezahlt haben.

Potentialkiller

Natürlich gibt es, Gott sei Dank, auch die entspannten Eltern, die sich einfach nur ein glückliches Kind wünschen, das seinen eigenen Weg findet und Erfolg für sich selbst definiert. Dennoch können auch sie oftmals nicht verstehen, weshalb sich ihr Kind mit manchen Dingen so schwer tut. Sie erzählen mir dann beispielsweise, dass sich ihr eigentlich doch kluges Kind irgendwie selbst im Weg zu stehen scheint und weder mit dem Schulalltag noch mit dem Schulstoff zurecht kommt. Kommen sie mit ihrem Kind dann zur Grunduntersuchung in meine Praxis, stelle ich häufig Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (VWS) fest. Diese sind typischerweise in einer nicht regelhaft durchlaufenen frühkindlichen Entwicklung begründet, die fehlende Entwicklungsschritte bedingt. Dadurch kommt es zu Defiziten in der Wahrnehmungsverarbeitung, die mit Kraft, Ausdauer und Konzentration kompensiert werden müssen. Das kann ein echter Potentialkiller sein.

Lösungsansatz

Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisiertem Training nachreifen lassen. Eltern berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Trainingseinheiten. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.

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