Meiner Erfahrung nach ist in den Köpfen vieler Eltern immer noch verankert, dass man durch Lesen lernen kann und häufiges erneutes Lesen dem Lernprozess dienlich ist. Diese Auffassung geben sie an ihre Kinder weiter. In guter Absicht, sicherlich. Nur leider kann das zu einer tückischen Falle werden. Lesen ist nämlich nicht gleich Lernen und manchmal schaden häufige Wiederholungen mehr, als sie nützen. Auch in vielen Schulen herrscht der Irrglaube, dass häufige Wiederholungen der heilige Gral der Wissensaneignung sein. Sicherlich braucht alles im Leben ein gewisses Maß an Übung. Selbst der Volksmund weiß, dass alles schwer ist, bevor es leicht wird. Nur Lernen will eben gelernt sein. Über die Frage, wie man das Lernen lernen kann diskutiere ich häufig mit Eltern. So viel sei jetzt schon gesagt, einen Text zigfach zu lesen hat nicht wirklich etwas mit lernen zu tun.
Die Langeweile-Täuschung
Wenn wir einen Text erstmalig lesen ist unser Gehirn noch neugierig, wach und aufmerksam. Zumindest am Anfang, bis es entschieden hat, ob ihm der Inhalt irgend etwas nützt oder nicht. Mit zunehmenden Wiederholungen langweilen wir unser Gehirn. Schließlich kennt es den Text ja schon und kann auch in der x-ten Runde keine neuen Erkenntnisse gewinnen. Das tückische daran ist nur, dass wir durch unser gelangweiltes Gehirn eine vermeintliche Sicherheit vorgegaukelt bekommen. Getreu dem Motto, das ist so langweilig, das kenne ich alles schon. Und genau das kann zum Problem werden. Denn nur weil unser Gehirn gelangweilt ist heißt das im Umkehrschluss nicht zwingen, dass vom Inhalt wirklich etwas hängen geblieben ist.
Wie es besser gehen kann
Ich empfehle daher, bereits beim ersten Durchlesen des Textes wichtige Stichwörter und Passagen zu markieren. Im Anschluss kann der Text überprüft werden. Kann ich die Aussage des Textes aus meiner Erfahrung bestätigen? Finde ich weitere Quellen, die die Aussage des Textes bestätigen? Kann ich den Text in einen größeren Kontext einbinden? Nach dieser Überprüfung kann der Text noch einmal kritisch gelesen werden, denn nun will das Gehirn unbedingt wissen, ob seine gesammelten Informationen stimmen oder nicht. Im Anschluss an diese Überprüfung kann eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten geschrieben werden. Und die hat dann tatsächlich gute Chancen im Gehirn verankert zu werden.
Wenn das Lernen blockier ist
Manchmal scheitern auch die besten Lerntechniken und das Wissen findet einfach keinen Weg in den Kopf des Kindes. Dabei ist das keine Frage der Intelligenz. Betroffene Kinder scheinen nur irgendwie blockiert zu sein, wenn es ans Lernen geht. So oder so ähnlich berichten es mir zumindest ihre Eltern. Meiner Erfahrung nach kann es tatsächlich zu solchen Blockanden kommen. Beispielsweise dann, wenn aufgrund ausgelassener oder nicht ausreichend durchlaufener Entwicklungsschritte frühkindliche Reflexe nicht regelhaft durch reifere Reaktionen abgelöst wurden. Dann kann es passieren, dass diese fortbestehenden frühkindlichen Reflexe den Zugang zu den höheren Hirnregionen, die unter anderem für das akademische Lernen benötigt werden, blockieren.
Blockaden individuell auflösen
Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisiertem Training nachreifen lassen und so der Zugriff auf alle für das Lernen nötigen Hirnregionen frei werden kann. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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