Nr. 185

Selbstwirksamkeit schützt Kinder vor Depression

Schon seit Jahren werden immer mehr Kinder und Jugendliche wegen Depressionen behandelt. Und auch in meiner Praxis sind depressive Verstimmungen ein häufiger Begleiter. Das mag daran liegen, dass meine jungen Patient:innen häufig unter Verarbeitung- und Wahrnehmungsstörungen leiden und  aufgenommene Sinnesreize nunmal in Gefühle übersetzt werden müssen. Wer ständig „Übersetzungsfehler“ hat und deshalb nicht angemessen reagieren kann, fühlt sich gerne mal als Außenseiter und wird schrecklich traurig. Ich beobachte allerdings auch, wie viele Eltern, in der Absicht ihre Kinder bestmöglich zu unterstützen, ungewollt den Grundstein für eine Depression legen können.

Das Gefühl der Ohnmacht

Kinder brauchen die liebevolle Unterstützung ihrer Eltern. Keine Frage. Allerdings werden Kinder auch größer und ein Säugling braucht selbstverständlich mehr Hilfe als ein Schulkind. Ich beobachte, wie schwer sich Eltern tun können, hier ein gutes Maß an Unterstützung zu finden. So werden Schulkinder mit dem Elterntaxi zum Unterricht befördert und Hausaufgaben gemeinsam gemacht. Auch die Verantwortung für die Schulnoten übernehmen manche Eltern. Einfach so. Als sei es ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Kind den Schulstoff versteht. Und wird das dann irgendwann zu anstrengend, kommt das Kind eben auf eine andere Schule. Ob es will oder nicht. Bei dem Kind kann sich dann ein Gefühl von Ohnmacht oder Hoffnungslosigkeit einstellen. Es glaubt, dass es nicht selbst kann oder entscheiden darf. Nur wie lässt sich das vermeiden?

Eigenverantwortung

In meiner Praxis plädiere ich für eine große Portion Eigenverantwortung in allen schulischen Belangen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Einer davon ist, dass Kinder, die für ihre Schule selbst verantwortlich sind seltener das Gefühl der Ohnmacht erleben und dadurch tatsächlich seltener an Depressionen leiden. Ein weiterer Grund ist, dass sich die Familiensituation entspannen kann, wenn nicht der tägliche Kampf um die Hausaufgaben tobt. Außerdem sind Kinder, die selbst für ihr schulisches Fortkommen verantwortlich sind meist leistungsbereiter. Und zu guter Letzt ist es für Kinder eine sehr wertvolle Erfahrung, dass das eigenen Handeln auch Konsequenzen hat, die selbst getragen werden dürfen. Meiner Erfahrung nach können Kinder, die eigenverantwortlich handeln dürfen, sehr viel besser auf sich selbst aufpassen und machen weniger leichtsinnigen Unfug.

Was Sie Ihrem Kind bereits in der Grundschule zumuten dürfen

Bereits in der Grundschule sind Kinder in der Lage, Verantwortung für ihre schulischen Themen zu übernehmen. Dazu gehört beispielsweise

  • den Schulweg alleine zu meistern
  • dafür Sorge zu tragen, dass die Hausaufgaben gemacht sind
  • das Schulmaterial in Ordnung zu halten
  • zu sagen, wenn das Heft voll oder der Stift aufgebraucht ist
  • den Turnbeutel mitzunehmen, wenn Sportunterricht auf dem Stundenplan steht

Liebe und Vertrauen

Ich weiß, dass Eltern, die ihr Kind überbehütet das tun, weil sie es lieben und nur sein Bestes wollen. Und ich erlebe in meiner Praxis, wie schwer es ihnen fallen kann, loszulassen und dem Kind Verantwortung zu übertragen. Und manchmal hat auch das Kind so seine Startschwierigkeiten, wenn es Verantwortung übernehmen muss. Je besser es Eltern gelingt, ihrem Kind zu vertrauen, desto leichter wird es für beide Seiten. Und glauben Sie mir, Sie tun Ihrem Kind damit wirklich etwas gutes, da Selbstwirksamkeit das beste Mittel gegen Depression ist

Individueller Lösungsansatz

Es gibt keine allgemein gültige Lösung, die für jeden passt. Vielleicht ist daher der für Sie passende Ansatz nicht in diesem Beitrag dabei. Oder vielleicht haben Sie einfach Hemmungen, meine Vorschläge in Eigenregie auszuprobieren. Werden Sie aktiv, lassen Sie uns herausfinden, wie ich Sie am besten unterstützen kann. Dazu lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, was ich für Sie und Ihr Kind tun kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.

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