Die Eltern, die ich in meiner Praxis erlebe, wollen alle das beste für ihr Kind. Damit sind sie ganz sicher nicht alleine und bestimmt auch nicht außergewöhnlich. In den Gesprächen fällt mir allerdings seit einigen Jahren auf, dass sich Eltern immer häufiger als eine Art Manager für die Schulkarriere ihres Kindes verstehen. Da wird nicht nur der Schultag und alle Termine drum herum organisiert, es wird auch entschieden, welche Schul-AG bei welcher Lehrkraft Anerkennung finden wird oder welches soziale Engagement Pluspunkte bringen könnte. Mit dem Erfolg, dass das Kind völlig durchgeplant ist und eine Menge Dinge tun muss, die es eigentlich gar nicht tun will. Vielleicht würde es nämlich beispielsweise viel lieber Theater als Schach spielen, nur leider wird die Theater-AG von der „falschen“ Lehrkraft geleitet. Wenn ich solche Geschichten mitbekomme, versuche ich, erst einmal zu bremsen. Denn ganz ehrlich, kein Kind bekommt bessere Noten weil es die „richtige“ AG besucht.
Die Erwartungen der Anderen
Ich sehe selbstverständlich, in welchem Spannungsfeld sich viele Eltern heutzutage wiederfinden. Es ist gar nicht so leicht, auf die Erwartungen der Anderen zu pfeifen und seien eigenen Weg zu gehen. Schließlich bekommen Eltern in den sozialen Medien, ob sie wollen oder nicht, ständig die neuesten Erziehungstrends präsentiert. Und zwar von scheinbar perfekten Elternteilen, die angeblich mühelos Erziehung, Job und Familie unter einen Hut bekommen und immer, aber auch wirklich immer, den richtigen Erziehungstrick zur richtigen Zeit parat haben. Streit, Widerworte und Ungemach kennen sie nicht, sagen sie. Mal ehrlich, ich halte das für totalen Unfug! Ich bin selbst Mutter und ausgiebig in Kommunikation geschult. Ich weiß, dass die beste Ausbildung nichts nützt, wenn der Tag im Job anstrengend war und das Kind den wunden Punkt trifft. Da hat es auch bei uns schon mal so richtig geknallt. Hätte ich es besser wissen müssen? Natürlich! Ist dennoch menschlich.
Unterstützen oder managen?
Selbstverständlich brauche Kinder Unterstützung währen ihrer Schulzeit. Sie bauchen Eltern, die Ansprechpartner für Fragen oder scheinbar unlösbare Konflikte sind. Das ist allerdings ziemlich genau das Gegenteil des Schulkarriere-Managements. Zumal für viele Kinder der Schulalltag aus unterschiedlichen Gründen ohnehin schon Höchstleistung erfordert. Was diese Kinder sicher nicht brauchen ist jemand, der sie managt wie einen Spitzensportler und sie mit Erwartungen erdrückt. Die größte Falle ist jedoch, dass Kinder in ein Gefühl der Machtlosigkeit kommen können. Dabei brauchen sie, für eine gesunde und gute Entwicklung, ein Gefühl von Selbstwirksamkeit. Also das Gefühl, Dinge selbst beeinflussen und entscheiden zu können.
Eigenverantwortung
In meiner Praxis ermutige ich Eltern, ihren Kindern mehr Eigenverantwortung zu übertragen. So gehören Beispielsweise die Hausaufgaben in den Verantwortungsbereich des Kindes. Ab einem gewissen Alter ebenso die Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Eltern werden höchstens zum Abfragen involviert. Ich weiß, das ist kein ganz einfacher Prozess. Schon erst recht, wenn das Kind hinter seinem Potential zurück bleibt und die Eltern eh schon nicht verstehen können, weshalb das eigentlich doch kluge Kind mit dem Schulstoff solche Schwierigkeiten hat. Meiner Erfahrung nach gibt es immer Ursachen, wenn eine Kind sein Potential nicht zeigt. Natürliche gibt es nicht die eine Ursache. Ich stelle allerdings im Rahmen meiner Grunduntersuchungen regelmäßig fest, dass betroffene Kinder Defizite in der Wahrnehmungsverarbeitung haben. Typischerweise stecken dahinter nicht oder nicht ausreichend durchlaufene Entwicklungsschritte, die später für unterschiedliche Probleme in alltäglichen Situationen sorgen können.
Individueller Lösungsansatz
Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisierten Therapiekonzepten nachreifen lassen. Wenn Sie wissen wollen, ob damit auch Ihrem Kind geholfen werden kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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