Was hat denn Wahrnehmung mit mentaler Gesundheit zu tun? Sind das nicht zwei ganz unterschiedliche Gebiete? Solche Fragen begegnen mir häufig in meiner Praxis. Für viele Eltern ist es völlig unvorstellbar, was das individuelle Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten mit der mentalen Gesundheit ihres Kindes zu tun haben könnte. Leider ist Wahrnehmung für die meisten Erwachsenen, die ich kenne, eine Selbstverständlichkeit. Ist da und funktioniert, meistens jedenfalls. Daran, wie mühsam es war, eine gute Wahrnehmung zu entwickeln können sie sich typischerweise nicht mehr erinnern. Kunststück, die Basis wird bereits im ersten Lebensjahr gelegt und daran können sich wohl die wenigsten von uns erinnern. Nur wenn in diesem ersten Jahr etwas nicht ganz so optimal gelaufen ist, kann es sich im späteren Leben durch Wahrnehmungsdefizite bemerkbar machen. Und genau diese Defizite können Einfluss auf die mentale Gesundheit haben. Wie das sein kann, lesen Sie in diesem Beitrag.
Was ist Wahrnehmung überhaupt?
Wahrnehmung ist die Aufnahme von Reizen durch die Sinnesorgane, sowie ihre anschließende Verarbeitung und Interpretation im Gehirn. Das Ergebnis dieser Interpretation sind Gefühle. Oder ganz salopp formuliert: Jeder Sinnesreiz muss in ein Gefühl übersetzt werden. Was so banal klingt, ist ein komplexer Prozess. Empfindet ein Kind beispielsweise den üblichen Geräuschpegel im Klassenzimmer als Bedrohung, wird dieser Sinnesreiz in Angst übersetzt. Die Angst sorgt nun, neben anderen physiologischen Phänomenen, dafür, dass die Augen auf die Ferne eingestellt werden, was bedeutet, die Augenlinse macht sich groß und schlank, die Augenmuskeln stellen die Augen ebenfalls auf den Blick in die Ferne ein. Das bedeutet, dass die Augen parallel gestellt sind, mit weit aufgeblendeter Linse. Schulische Aufgaben finden jedoch meist überwiegend im Nahbereich statt und verlangen eine gegensätzliche Ansteuerung der Augen.
Ambivalente Gefühlswelt
Sinnesreize können sich gegenseitig ungünstig beeinflussen, wie das Beispiel zeigt. Dieses aneinander Hochschaukeln macht es für betroffene Kinder noch schwerer, im Schulalltag zu bestehen. Sie merken nämlich meist sehr genau, dass sie anders reagieren als der Rest der Klasse und als es von ihnen erwartet wird. Durch die Wahrnehmungsdefizite passt ihre Gefühlswelt nur leider so gar nicht zur Situation. Jedes gute Zureden, jedes Appellieren an ihre Vernunft scheitert an ihrer Gefühlswelt. Denn darauf, dass sie auf den Geräuschpegel in der Klasse mit Angst reagieren, haben sie keinen Einfluss.
Stammhirn-Reaktionen
Für die Wahrnehmungsverarbeitung sind meiner Erfahrung nach die frühkindlichen Reflexe wichtig. Genauer gesagt ist ihre individuelle Ausreifung und Integration entscheidend. Wurden ihre Reaktionen nicht durch reifere Muster abgelöst, können sie fortbestehen. Das Problem ist, dass sie dann nach wie vor über das Stammhirn, also immer bevorzugt und auf direktem Wege, durchgeleitet werden. In der Folge kann es zu ambivalenten Reaktionen in unterschiedlichen Alltagssituationen kommen.
Mentale Gesundheit
Doch was hat das alles mit mentaler Gesundheit zu tun? Stellen Sie sich bitte einmal vor, sie wären noch in der Schule, als Schüler. Sie wissen, dass sie nicht weniger klug sind, als der Rest der Klasse. Und dennoch haben sie keine Möglichkeit, ihr Potential abzurufen. Was Ihren Klassenkameraden ganz einfach gelingt, kostet sie unglaubliche Anstrengung. Vieles geling ihnen gar nicht, egal, was sie versuchen und wie sehr sie sich bemühen. Dann wäre es um ihre mentale Gesundheit vermutlich nicht gut bestellt. Vielleicht würden Sie zur Resignation neigen oder zur Depression, ein Gefühl von Machtlosigkeit empfinden und viellicht jede Zuversicht verlieren. Mentale Gesundheit? Fehlanzeige. Doch was tun?
Lösungsansatz
Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass hinter alle dem unzureichend durchlaufene oder fehlende Entwicklungsschritte stehen. Ich erlebe täglich, wie sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisierten Therapiekonzepten nachreifen lassen. Eltern berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Therapieeinheiten. Wenn Sie wissen wollen, ob damit auch Ihrem Kind geholfen werden kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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