Nr. 197

Weshalb die fünfte Klasse zur Herausforderung werden kann

Ich beobachte in meiner Praxis seit weit über zehn Jahren, wie sich die großen Übergänge auf Kinder auswirken können. Klassische Übergänge sind Kita bzw. Kindergarten, Einschulung, weiterführende Schule und Schulabschluss. Alles, was danach kommt, bekommen Eltern meist nicht mehr so intensiv mit , da die Kinder dann meist auch keine Kinder mehr sind. Neben der Einschulung ist der Übergang in die weiterführende Schule ein einschneidendes Erlebnis für viele Kinder. Da waren sie gerade in der Grundschule noch die großen Kinder und nun fangen sie erst einmal wieder unten an. Dazu kommt, dass die weiterführenden Schulen häufig nicht direkt am Wohnort zu finden sind. Der neue Schulweg, der nun häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden muss, muss geübt werden. Aber auch an der neuen Schule müssen sich die Kinder erst einmal orientieren. Kaum finden sie ihr Klassenzimmer und die Fachunterrichtsräume, müssen sie sich mit neuen Fächern und gestiegenen Anforderungen arrangieren. Das geht natürlich allen Kindern so, dennoch scheint es manchen mehr und anderen weniger auszumachen. Weshalb ist das so?

Individuelle Stresstoleranz

Jeder von uns hat seine eigene Grenze. Was den einen völlig kalt lässt, vermag den anderen aus der Fassung zu bringen. Wir sind nunmal Individuen mit unserer ganz eigenen, ebenso individuellen, Stresstoleranz. Das ist bei uns Erwachsenen nicht anders als bei Kindern. Meiner Erfahrung nach ist ein wichtiger Aspekt hierbei die Wahrnehmungsverarbeitung. Je geschmeidiger die Wahrnehmungsverarbeitung funktioniert, desto größer die Stresstoleranz. Der Zusammenhang ergibt sich, da Sinnesreize nicht nur wahrgenommen sondern auch verarbeitet und letztlich in Gefühle übersetzt werden müssen. Je besser dieser Prozess funktioniert, desto seltener kommt es zu ambivalenten Gefühlen. Oder anders formuliert, wenn alles gut gebahnt ist, macht mir die kleine Spinne keine Angst und ich empfinde Alltagssituationen nicht als Bedrohung.

Einbrechende Kompensationsstrategien

Kinder, die unter Defiziten in der Wahrnehmung leiden, habe es ohnehin schon schwer, im Schulalltag zu bestehen. Je klüger sie sind, desto besser sind ihre Strategien, die sie zur Kompensation ihrer Defizite entwickelt haben. Da Kompensation immer zusätzliche  Ausdauer, Konzentration und Kraft benötigt, beobachte ich häufig, wie die Kompensationsstrategien der betroffenen Kinder, mit den höheren Anforderungen der fünften Klasse, einbrechen. Ihnen geht schlicht weg die Kraft aus, sie haben Mühe, den schulischen Anforderungen gerecht zu werden und das trotz guter Intelligenz.

Üben hilft nicht

Typischerweise versuchen Eltern ihre Kinder zu unterstützen, indem sie mit ihnen den Schulstoff wiederholen und üben. Leider führt das nicht immer zum gewünschten Ergebnis und kann sogar ins Gegenteil umschlagen. Viele Eltern berichten mir darüber hinaus, dass die viele Überei häufig mit Streit verbunden ist, der die ganze Familie belastet. Die Schule ist omnipräsent und nervt einfach alle. Und selbst wenn die Überei in Nachhilfestunden ausgelagert wird, bleibt der Ärger mit den Noten und natürlich die Sorge um die Schulkarriere des Kindes.

Was helfen kann

In meinen Grunduntersuchungen stelle ich immer wieder fest, dass betroffene Kinder wichtige Entwicklungsschritte in der frühkindlichen Entwicklung übersprungen oder nicht ausreichend durchlaufen haben. In der Folge können Defizite in der Wahrnehmung entstehen, die den (Schul-)Alltag zur Herausforderung werden lassen können. Allerdings mache in meiner Praxis auch die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisiertem Training nachreifen lassen. Eltern berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Trainingseinheiten. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.

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