Nr. 213

Weshalb Erwachsene mit ADHS eine kurze Zündschnur haben

Meiner Erfahrung nach unter scheiden sich die Auswirkungen von ADHS bei Kindern und Erwachsenen gar nicht so sehr, wie es auf den ersten Blick scheint. Der große Unterschied ist allerdings das soziale Umfeld. Während von Kindern noch nicht ganz so viel Selbstbeherrschung und Anpassung erwartet wird (schließlich sind es ja noch Kinder, die lernen das noch), ecken Erwachsene viel schneller an, wenn sie aus der Haut fahren. Wie kann man sich nur so gehen lasen? Tatsächlich lassen sich diese Menschen gar nicht gehen. Es gelingt ihnen nur nicht, sich weiterhin zu beherrschen, da ihre Kraft aufgebracht ist. Irgendwann, wenn zu viel Druck auf dem Kessel ist, muss Dampf abgelassen werden. Und nein, die Betroffenen merken das nicht rechtzeitig und sie haben vor allem keine Handlungsalternativen.

Wimmelbild im Kopf

Vielleicht kennen sie die bunten Wimmelbilder, mit denen Kinder beispielsweise das Leben auf dem Bauernhof erkunden können. Alles was dazugehört lässt sich hier finden. Vom großen Traktor über diverse Geräte, Tiere, Pflanzen und Menschen bis hin zur kleinen Maus. Im Kopf von Erwachsenen, die unter ADHS leiden, sieht es ganz ähnlich aus. Es ist zwar alles da, was gebraucht wird, wimmelt aber kunterbunt durcheinander und kommt nie zur Ruhe. Noch dazu ist alles gleich wichtig. Jedes Geräusch, jedes Wort, jeder Geruch, alles Gesehene, jede Reizung der Haut, jeder Geschmack. Alles erreicht das Gehirn ungefiltert, dafür aber von einer laut schrillenden Alarmglocke begleitet. Informationen zu selektieren, geschweige denn zu priorisieren, ist ihnen nicht möglich. Schneller Zugriff auf bekannte Informationen? Fehlanzeige.

Ständiges Grübeln

Zu allem Überfluss neigen Betroffene zum grübeln.Und auch wenn sich über etwas zu grübeln manchmal so anfühlen kann, wie über etwas nachzudenken, sind es doch zwei ganz vermiedene Dinge. Während das Nachdenken einen Prozess beschreibt, der sich ständig verändert, handelt es sich beim Grübeln um immer wiederkehrende Gedankenschleifen.

Ständige Reizüberflutung

So kommt es bei Erwachsenen mit ADHS ebenso zur Reizüberflutung, wie bei Kindern. Allerdings haben Erwachsene meist einen (Berufs-)Alltag zu bestreiten. Von ihnen wird eine gewisse Anpassung erwartet, ebenso wie die gewissenhafte Erledigung bestimmter Aufgaben. Da das Wimmelbild in ihrem Kopf allerdings schon ihre ganze Kraft aufbraucht, kann jede Kleinigkeit die kurze Zündschnur in zum brennen bringen.

Was hinter der Symptomatik stecken kann

Meiner Erfahrung nach leiden Betroffene under anderem an unzureichender Verarbeitung verschiedener Sinnesreize. Darüber hinaus kann es neurophsiologische Entwicklungen gegeben haben, die in der Folge den Zugriff auf alles, was mit Konzentration und akademischem Denken zu tun hat, blockieren. Typischerweise wurden einzelne Entwicklungsschritte nicht oder nicht ausreichende durchlaufen. Ihr Fehlen macht, salopp formuliert, das Fundament instabil und wacklig. In der Folge können Prozesse, die eigentlich automatisiert sein sollten, die volle Aufmerksamkeit erfordern. Betroffenen fehlt es an Handlungsalternativen.

Individueller Lösungsansatz

Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisiertem Training nachreifen lassen. Betroffene berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Trainingseinheiten. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihren helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie individuell unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.

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