Bei den meisten Kindern ist der Gedanke an Ferien wohl eher mit positiven Gefühlen verbunden. Endlich ist Zeit zum Ausschlafen, Nichtstun, Spaßhaben und vor allem ist es die lang ersehnte Zeit ohne Hausaufgaben, Klassenarbeiten und Lernstress. Juchhu! Und es kommt noch besser, da oftmals eine Reise auf dem Programm steht. Vielleicht ans Meer? Oder doch lieber in die Berge? Oder eine spannende Stadt erkunden? Doch worauf sich die einen freuen, macht den anderen ein mulmiges Gefühl. Für sie bedeuten die Ferien, dass sie aus ihrem gewohnten Rhythmus geworfen werden. Und während sich alle anderen Kinder aus ihrer Klasse auf die Ferien und ganz besonders auf die Urlaubsreise freuen, würden sie sich am liebsten irgendwo verkriechen und abwarten, bis die Ferien vorbei sind. Nur falls Sie das jetzt für frei erfunden halten, ich erlebe das regelmäßig in meiner Praxis.
Gleiches Symptom, andere Ursache
Manch einer von Ihnen wird vielleicht schon die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) im Kopf haben. Und ja, solche Auffälligkeiten könnte es dabei auch geben. Eine andere Möglichkeit ist, dass es sich um Kinder handelt, die absolut keine Veränderung mögen. Weder im Tagesablauf noch bei Variationen gewohnter Speisen und schon erst recht nicht bei Veränderungen der gewohnten Umgebung. Zu verreisen ist ihnen ein Graus.
Ständig unter Strom
Diese Kinder brauchen schon im ganz normalen Alltag all ihre Kraft, um darin zu bestehen. Trotz guter Intelligenz. Typischerweise macht ihnen eine unzureichende Wahrnehmungsverarbeitung zu schaffen. Da jeder Sinneseindruck kognitiv verarbeitet und letztlich in ein Gefühl transferiert werden muss, passt die Gefühlswelt dieser Kinder nicht zu ihrer Umwelt. Deshalb stehen sie ständig unter Strom, damit beschäftigt, ihre Defizite zu kompensieren und bloß nicht aus dem Raster zu fallen. Nach einem ganz normalen Schultag kommen sie völlig erledigt nach Hause.
Angst vor Veränderung
Nun sollte man annehmen, dass sich diese Kinder ganz besonders auf die Ferien freuen. Schließlich bleiben ihnen dann die anstrengenden Schultage erspart. Doch oftmals ist das Gegenteil der Fall. Dann nämlich, wenn die Familie Reisepläne hat. Betroffene Kinder haben schlicht Angst vor der möglichen Reizüberflutung. Schließlich prassen dann jede Menge neue (Sinnes-)Eindrücke auf sie ein, mit denen sie irgendwie klar kommen müssen. Alles, was eine Abweichung von ihrem gewohnten Schema bedeutet, macht ihnen Angst. Bitte bloß keine Veränderung!
Was dahinter stecken kann
Meiner Erfahrung nach haben sich diese Kinder an irgend einer Stelle ihrer individuellen Entwicklung zu langsam oder zu hastig voran bewegt. Dadurch können einzelne Entwicklungsschritte nicht oder nicht ausreichend durchlaufen worden sein. In der Folge können beispielsweise frühkindliche Reflexe nicht regelhaft abgelöst worden sein, die dann ihrerseits unter anderem für die Angst vor Veränderung verantwortlich sind.
Was getan werden kann
Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte mit spezialisierten Therapiekonzepten nachreifen lassen. Dadurch kann die Wahrnehmungsverarbeitung wieder gelingen. Und das ist das Fundament für eine gute mentale, emotionale und soziale Entwicklung. Wenn Sie wissen wollen, ob damit auch Ihrem Kind geholfen werden kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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