Wir alle neigen dazu, uns zu vergleichen. Logisch, denn schließlich sind wir soziale Wesen, die um Akzeptanz innerhalb ihrer sozialen Gruppe bemüht sind. Da ist es hilfreich, nicht komplett aus dem Rahmen zu fallen und den anderen Gruppenmitgliedern nicht ständig vor den Kopf zu stoßen, sonst wäre die Gruppenzugehörigkeit in Gefahr. Nun leben wir schon längst nicht mehr in Höhlen, dafür aber im Zeitalter moderner Medien mit gefilterten Hochglanzbilder von scheinbar perfekten Familien. Einmal durch das Fernsehprogramm zappen oder durch die sozialen Medien scrollen und zack macht die unaufgeräumte Wohnung schlechte Laune. Und in der Realität sieht es oftmals ganz ähnlich aus. Die Nachbarskinder sind höflicher und leiser als das eigenen Kind. Die Klassenkameraden des Kindes tun sich scheinbar alle leichter mit dem Schulstoff und in anderen Familien ist alles viel harmonischer. Zack, schon wieder schlechte Laune.
Das Gras in Nachbars Garten
Ein Sprichwort besagt, das Gras in Nachbars Garten sei immer grüner. Das kann ich aber nur erkennen, wenn ich hinsehe und vergleiche. Wie wäre es, wenn Sie sich stattdessen über die Blumen in Ihrem eigenen Garten freuen? Was ich damit sagen will ist, versuchen Sie Ihr Kind so zu sehen, wie es ist. Schließlich wird es in der Schule schon genug verglichen. Man kann es drehen und wenden wie man will, das System Schule bewertet und vergleicht. Durch Notengebung, durch Versetzungsregeln und durch jahrgangsübergreifende Vergleichsarbeiten. Und egal, ob ich das gut finde oder nicht, es ist, wie es ist.
Weshalb Vergleiche immer hinken
Sollten Sie dennoch der Versuchung erliegen, Ihr Kind mit anderen zu vergleiche, sein Sie sich bewusst, dass dieser Vergleich immer hinken wird. Kein Mensch ist wie der andere. Was dem einen völlig einfach von der Hand geht, stellt den anderen vor große Herausforderungen. Ich erlebe in meiner Praxis viele Schulkinder, die trotz guter Intelligenz, Lern- und Schulprobleme haben. Meiner Erfahrung nach stecken dahinter meist Wahrnehmungsdefizite, die ihren Ursprung in der frühkindlichen Entwicklung haben und für eine ganze Reihe an Auffälligkeiten verantwortlich zeichnen. Betroffene Kinder erleben sich selbst eh schon als Außenseiter. Und auch die aufmunternd gemeinten Worte der Eltern, dass die anderen in der Klasse das – was auch immer – doch auch hinbekommen, hilft ihnen nicht weiter. Ganz im Gegenteil. Sie sind in ihrer eigenen Welt gefangen und haben keine Handlungsalternativen. Vergleiche setzen sie nur zusätzlich unter Druck und schränken sie weiter ein.
Was dahinter stecken kann
In meinen Grunduntersuchungen stelle ich immer wieder fest, dass betroffenen Kinder einzelne Schritte der frühkindlichen Entwicklung nicht oder nicht ausreichend durchlaufen haben. In der Folge kommt es zu Lücken im Bauplan, die die Potentialentfaltung, besonders im Hinblick auf schulische Anforderungen, einschränken können. Dabei ist es keine Frage der Intelligenz. Im Gegenteil. Meiner Erfahrung nach sind hochbegabte Kinder sogar überproportional häufig betroffen. Die möglicherweise entstandenen Wahrnehmungsdefizite können sich ganz unterschiedlich äußern. Ein paar Beispiele finden Sie hier: https://praxis-tiede.de/#schwerpunkte
Individuelle Unterstützung
Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich fehlenden und nicht ausreichend durchlaufene Entwicklungsschritte mit spezialisiertem Training nachreifen lassen. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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