Ich erlebe häufig, wie die Themen Hausaufgaben und Lernen in Familien heiß diskutiert werden. Und nicht selten gibt es Streit darüber. Meist, weil das Kind nicht ganz so viel Motivation und Engagement aufbringt, wie die Eltern es sich wünschen würden. Dabei lernt jedes Kind nun mal anders. Manche brauchen lange Vorbereitungszeiten und viele Wiederholungen um sich sicher zu fühlen. Andere leben nach dem Motto „unter Druck entstehen Diamanten“ und fangen erst kurz vor Loch an zu lernen. Und dann gibt es eben auch noch diejenigen, die sich irgendwo dazwischen wiederfinden. In meiner Praxis ermutige ich die Eltern, ihrem Kind sein eigenes Lerntempo und sein eigenes Lernverhalten zuzugestehen. Lernen ist ein Prozess, der sich individuell weiterentwickelt, sofern das Kind die Chance hat, das Lernen zu lernen. Weshalb ich diesen Prozess gerne mit Spickzettel begleite und weshalb Spickzettel so toll sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.
1. Verdichten
Den Stoff zu verdichten, also ihn sinnvoll zusammen zu fassen, gehört zu den klassischen Lerntechniken. Spickzettel sind so zu sagen die Königsdisziplin des Verdichters. Mehr geht einfach nicht! Wer so weit verdichtet hat, hat sich mit dem Stoff auseinander gesetzt und sich wohl überlegt, welche Hürden mit dem Spickzettel genommen werden sollen. Der Rest ist gelernt und braucht keine Gedankenstütze mehr.
2. Nervensache
Klassenarbeiten sind nicht zuletzt auch Nervensache. So ein Spickzettel kann da durchaus beruhigende Wirkung haben, wenn das Kind ihn in der Tasche hat. Schließlich bleibt die theoretische Option, einen Blick darauf zu werfen. Das kann besonders bei Prüfungsangst hilfreich sein.
3. Kurzzeitgedächtnis
Vielleicht ist es Ihnen selbst ja auch schon einmal passiert, dass Sie sich diese eine Sache einfach nicht merken konnten, egal was Sie versucht haben. Für solche Inhalte sind Spickzettel ebenfalls eine gute Lösung. Unmittelbar vor der Klassenarbeit, solange es noch legal ist, wird der Spickzettel gelesen und das Wissen ins Kurzzeitgedächtnis gerufen. Sobald das Arbeitsblatt auf dem Tisch liegt, wird der Inhalt des Spickzettels aus dem Gedächtnis auf das Blatt geschrieben. Erst dann werden die Aufgaben gelesen und bearbeitet.
4. Familienfrieden
Tatsächlich können Spickzettel so den Familienfrieden schützen. Wenn Sie Ihr Kind ermutigen, Spickzettel zu schreiben und diese dann legal einzusetzen, sparen Sie sich den ganzen Ärger um die Lernerei. Ihr Kind setzt sich mit dem Schulstoff und seinen eventuellen Wissenslücken auseinander und lernt selbständig und freiwillig. Sie schonen Ihre Nerven und sparen sich zahllose Diskussionen rund ums Lernen. Ist das nicht toll?
Individuelle Unterstützung
Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine einzige richtige Lösung. Auch wenn ich mit Spickzetteln in meiner Praxis gute Erfahrungen mache, kann es sein, dass das nicht der richtige Ansatz für Ihr Kind ist. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Manchmal steckt eben mehr dahinter und ich bin gerne für Sie da. Wenn Sie wissen wollen, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind begleiten kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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Kurz & knapp zusammengefasst
Sind Spickzettel eine gute Art zu lernen? Ja, verdichten des Stoffs ist eine klassische Lernmethode.
Schützen Spickzettel den Familienfrieden? Ja, da Ihr Kind lernt, ohne es wirklich zu merken und Sie es nicht ständig ermahnen müssen.
Kann es sein, dass Spickzettel nicht helfen? Leider ja, so zum Beispiel, wenn frühkindliche Reflexe den Zugang zu den höheren Hirnregionen, die zum Lernen gebraucht werden, blockieren.