Kinder mit VWS sind häufig schwer zu verstehen. Da ihre Wahrnehmung nun mal eine völlig andere ist, reagieren sie häufig auch anders als erwartet. Zu den täglichen Aufgaben in meiner Praxis gehört es daher, Eltern zu erklären, weshalb es eben keine Marotten oder seltsame Angewohnheiten sind. Meiner Erfahrung nach können betroffene Kinder nicht aus ihrer Haut und haben leider auch keine Handlungsalternativen. Ein paar typische Kuriositäten, die mir häufig begegnen, stelle ich Ihnen hier vor.
1. Wutausbrüche
Was für Eltern wohl am herausforderndsten ist sind Wutausbrüche. Um sie auszulösen reichen oft schon klitzekleine Kleinigkeiten. Eltern berichten mir, dass Sie oftmals überhaupt nicht wissen, was Sie gesagt oder getan haben, das den Wutausbruch ausgelöst hat. Weder Geduld noch Erziehung, geschweige denn die Aufforderung, das Kind möge sich beherrschen, können Häufigkeit und Intensität der Wutausbrüche verändern.
2. Ungeduld
Auch die Ungeduld kann für das Umfeld zur Herausforderung werden. Das Kind kann nicht warten. Nie. Nicht auf eine Antwort, nicht bis das Essen fertig ist, nicht bis es in der Schule endlich drangenommen wird. Dadurch kann das Kind vorlaut und ungezogen wirken, obwohl es das nicht ist. Für die Eltern ist das Kind anstrengend, da es sich typischerweise kaum alleine beschäftigt. Es braucht immer einen Erwachsenen in seiner Nähe, der eventuell aufkommende Fragen sofort beantworten kann. Ist das nicht der Fall, siehe Punkt eins.
3. Verweigerung und Vermeidungsverhalten
Manche Kinder können so unglaublich stur sein, dass sie ihr Umfeld zur Verzweiflung bringen. Je nach Persönlichkeit des Kindes wird beispielsweise die Eingewöhnung im Kindergarten oder später in der Schule zum Kampf. Oder es werden bestimmte Lebensmittel verweigert und das Kind ernährt sich vielleicht einseitig. Oder vielleicht nimmt das Kind keine Geburtstagseinladung an, obwohl es doch schrecklich gerne dabei wäre.
4. Überempfindlichkeit
Wenn das Kind sich weigert, die frisch gewaschene Jeans anzuziehen, weil die auf der Haut weh tut und jedes Wäscheetikett rausgeschnitten werden muss, da es kratzt kann das schon für Konfliktpotential sorgen. Ebenso, wenn die Haare nicht gekämmt werden dürfen, weil das so schrecklich ziept oder duschen nicht möglich ist, da die herabfallenden Wassertropfen auf der Haut als schmerzhaft empfunden werden. Was für Eltern ebenfalls schwer zu verstehen ist, ist das kleine Kratzer oder Schürfwunden als extrem schmerzhaft empfunden werden können, während Platzwunden fast schon ignoriert werden.
5. Schlechte oder keine Bindung an die Bezugsperson
Wer sich in seiner Haut nicht wohlfühlen kann, hat auch Probleme, gute Bindungen aufzubauen. Eltern berichten mir, dass das Kind nicht kuscheln mag und auch sonst Körperkontakt meidet. Die Bindung zu den Bezugspersonen, meist die Eltern, kann so schlecht sein, dass das Kind einfach wegläuft. Häufig erzählen mit Eltern, dass sie das Gefühl haben, sie würden nicht an ihr Kind herankommen, es sei wie von einer dicken, undurchdringlichen Mauer umgeben.
Das ist keine Absicht
Ihr Kind verhält sich nicht so, weil es Sie ärgern will. Sie haben auch nicht in Ihrer Erziehung versagt und sind deshalb schon gar keine schlechten Eltern. Ihr Kind ist in seiner Welt gefangen und hat keinerlei Handlungsalternativen. Meiner Erfahrung nach stecken dahinter übersprungene oder nicht abgeschlossene Entwicklungsschritte. Dies kann unter anderm zum Fortbestehen der frühkindlichen Reflexe führen, die wiederum eine Ursache darstellen können.
Möglicher Lösungsansatz
Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich fehlende Entwicklungsschritte mit spezialisiertem Training nachreifen lassen. Eltern berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Trainingseinheiten. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.
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