Nr. 198

Wie Sie Ihrem Kind Leistungsdruck machen können

Das neue Schuljahr hat noch nicht einmal so richtig begonnen, da geht auch schon der Lernstress wieder los. Ob Einmaleins, Vokabeln, physikalische Gesetzte oder Rechtschreibung, alles muss irgendwie in den Kopf. In vielen Familien ruft das kuriose Seiten der Eltern auf den Plan. Plötzlich werden sie zu Hausaufgabenpolizisten und Nachhilfelehrern, ohne dass sie das wirklich wollen. Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass diese Eltern alle den gleichen Antrieb haben. Sie wollen, dass ihre Kinder gut durch die Schulzeit kommen, irgendwann einen guten Abschluss machen und später dann einen guten Beruf haben, der sie sicher ernährt. Ich kann das gut verstehen, schließlich bin ich auch Mutter. Allerdings ist es leider auch wahr, dass gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht sein kann. So gut gemeint die Unterstützung bei den Hausaufgaben und beim Lernen auch ist, Sie können Ihrem Kind damit richtig Leistungsdruck machen.

Beste Absichten

Die meisten Eltern machen ihren Kindern nicht absichtlich Leistungsdruck. Sie haben wirklich beste Absichten, wenn sie sich um Schulaufgaben kümmern. Leider entsteht damit ein häufiger Streitpunkt innerhalb der Familie. Das Kind fühlt sich kontrolliert und verfolgt, erlebt die Lernsituation zu Hause als Belastung und ist mehr und mehr frustriert, da Aufwand und Erfolg so selten in Einklang zu bringen sind. Oftmals kommen unbedachte Äußerungen der Eltern hinzu. Von „du sollst doch einmal einen Beruf haben, der dich ernährt“ über „du sollst es einmal besser haben als wir“ bis hin zu „du hast doch Potential, nutze es“ ist wohl alles dabei. Auch wenn diese Sätze wohlwollend und aufmunternd gemeint sind, können sie dem Kind Leistungsdruck machen.

Wie es anders geht

Die Eltern ihrerseits stehen unter ähnlichem Leistungsdruck. Von Gesellschaft und sozialem Umfeld bekommen sie suggeriert, dass sie für den schulischen Erfolg des Kindes verantwortlich sind. Wenn das Kind nicht mindestens Abitur macht, wird es den Eltern angelastet, die ihr Kind nicht genügend gefördert haben. Da is zwar gängige Meinung, aber, mit Verlaub, völliger Quatsch. Um es jedoch anders zu machen, braucht gute Nerven. Da muss man einiges aushalten können. Weshalb es sich trotzdem lohnt? Weil Ihr Kind dadurch Eigenverantwortung und Selbständigkeit lernt. Es darf die Konsequenzen für sein Handeln selbst tragen, egal ob positiv oder negativ. Vor allem aber kann es eigene Entscheidungen treffen und selbstwirksam sein. Die Voraussetzung dafür ist lediglich, dass Sie Ihrem Kind die Verantwortung für die Schule überlassen. Schließlich muss Ihr Kind die Hausaufgaben abliefern und die Klassenarbeit schreiben, nicht Sie. Ich meine damit nicht, dass Sie Ihr Kind im Stich lassen sollen. Natürlich sollten Sie für Fragen offen sein und beim Lernen unterstützen, wenn Ihr Kind das aktiv einfordert. Anders formuliert fragen Sie auf Wunsch natürlich die Vokabeln ab, aber nur auf Wunsch.

Weshalb Schule manchmal trotzdem schwierig sein kann

Ich erlebe in meiner Praxis häufig Kinder, die trotz guter Intelligenz große Schwierigkeiten haben, im Schulalltag zu bestehen. Sie bringen ganz unterschiedliche Themen mit. Dennoch haben sie Etwas gemeinsam: Ich stelle in meinen Grunduntersuchungen bei ihnen Defizite in der Wahrnehmungsverarbeitung fest. Typischerweise ist die frühkindliche Entwicklung hier ursächlich. Einzelne Entwicklungsschritte wurden nicht oder nicht ausreichend durchlaufen und sorgen nun für unterschiedliche Probleme. So können beispielsweise fortbestehende frühkindliche Reflexe die höheren Hirnfunktionen, die für schulisches Lernen benötigt werden, blockieren. Oder sie verhindern vielleicht Konzentration und Impulskontrolle. So oder so benötigt das betroffene Kind Kompensationsstrategien, die ihm zusätzliche Ausdauer, Kraft und Konzentration abverlangen. Dadurch kann der Schulalltag zur Herausforderung werden.

Individueller Lösungsansatz

Ich mache in meiner Praxis die Erfahrung, dass sich diese fehlenden Entwicklungsschritte der frühkindlichen Entwicklung mit spezialisiertem Training nachreifen lassen. Eltern berichten mir von einer Verbesserung der Situation nach wenigen Trainingseinheiten. Wenn Sie wissen wollen, ob dieses Training auch Ihrem Kind helfen kann, lernen Sie mich am besten unverbindlich in einem ersten Telefonat kennen. Buchen Sie sich gerne ein kostenfreies 15-minütiges telefonisches Erstgespräch und wir besprechen in Ruhe, wie ich Sie und Ihr Kind unterstützen kann. Den Link zum Erstgespräch finden Sie direkt unter diesem Beitrag.

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